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FLOW… mein magischer Weg zur Kreativität

Heute möchte ich Dir eine Geschichte über Flow erzählen. Meistens tun wir mehrere Dinge gleichzeitig, jonglieren Beruf und Alltag. Um etwas  gezielt und tiefgründig zu machen, fehlt oft die Zeit. Husch husch heißt es da, tagein tagaus. Flow ist aber ein magischer Zustand, den Du nur erreichen kannst,

indem Du eine Sache nicht nur ANFÄNGST sondern DRAN bleibst!

Ich erinnere mich lebhaft daran, wie ich vor vielen Jahren das erste Mal ein paar Tage ganz alleine war, weil das Tochterkind mit dem Papa übers Wochenende ans Meer fuhr. Ich habe mich in mein Atelier verdrückt und starrte auf die Leinwände, die ich schon lange fertig malen wollte, aber bis dahin irgendwie keine neuen Ideen dafür fand. Wie seltene Muscheln inmitten eines Kieselstrandes starrten sie mich an, aber ich wusste nicht weiter.

Nur, dass ich ANFANGEN muss!

Ich versuchte es zuerst mit Lüften, dann mit dem Aufdrehen meiner Tori Amos CD, danach mit dem Sortieren meiner Farben und Pinsel und letztendlich mit einem Glas Crémant, das ich mir zur Feier des Tages gönnte. Klassische Prokrastination! Ich prostete mir selber zu, aber… nichts passierte. Keine Inspiration stellte sich ein. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte oder mich einfach ins Bett legen.

Ich beschloß, im Atelier zu bleiben und erstmal Musik zu hören. Tori sang „…but I can`t see New York“, und dabei fing ich an, ein paar der angefangenen Leinwände vor mir auszubreiten, um irgendwo anzufangen, drückte etwas Kobaltblau aus einer Tube auf meine Palette, tunkte den Pinsel ins Wasserglas, tunkte denselben ins Kobaltblau und begann im Rhythmus der Musik einfach Flächen auf die erste Leinwand zu malen.

Über der riesigen Leinwand tänzelte ich nun barfuß mit meinem Pinsel umher und fühlte mich ein wenig wie Helen Frankenthaler, die immer in oder vor ihren raumübergreifenden Bildern fotografiert wurde und in mir so die Vorstellung verankerte, dass sie in ihnen lebte und niemals aus dem Haus ging. Ich musste schmunzeln, seufzte und malte entschlossen drauf los. Fast so wie Helen fiel auch ich irgendwie in dieses erste Bild hinein und arbeitete weiter.

DIE BEWUSSTE ENTSCHEIDUNG WEITER ZU MACHEN ist der Schlüssel zum Flow!

 

Ich habe wenig bis keine Erinnerung daran, was genau in den nächsten 3 Tagen geschah. Ist auch zu lange her könnte man sagen, aber dass etwas geschah bewiesen mir damals die vielen Werke die ich gemalt hatte, der volle Aschenbecher, das ungeduschte Selbst. Selten war ich so produktiv und selten habe ich so vollkommen Zeit und Raum vergessen über so einen langen Zeitraum am Stück. Ich war so im Flow, dass ich vergaß zu schlafen, zu essen und ziemlich überrascht war, als die Family sich telefonisch wieder ankündigte.

Als ich mich umsah, hatte ich unzählige Bilder gemalt und war mächtig stolz. Aber hier geht es nicht um Stolz, sondern um den Zauber, die Magie, das Wunder…das Vergessen der Zeit,

das Glück von FLOW.

FLOW kommt aus dem englischen und bedeutet Fluss, Fließen, Rinnen… Im deutschen gibt es die Begriffe Tätigkeitsrausch oder Funktionslust, die allerdings im täglichen Sprachgebrauch so gut wie nie vorkommen, was wohl mit dem offensichtlichen Widerspruch zwischen sperrigem Wortklang und der Bedeutung zu tun hat. In der Psychologie beschreibt Flow einen als entspannend, erfreulich und beglückend empfundenen Zustand der Vertiefung in

eine Tätigkeit die scheinbar „von selbst“ vor sich geht.

Nach dem Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi der das FLOW-Erleben intensiv erforschte bedingt FLOW das Gefühl der Kontrolle über eine Tätigkeit jenseits von Angst und Langeweile, die in scheinbarer Mühelosigkeit gelingt. Handeln und Bewusstsein verschmelzen, Zeit und Raum bzw. ein Außen existieren nicht mehr. Die Tätigkeit belohnt sich selbst und bleibt durch eine äußere Beurteilung unberührt.

Ein gutes Beispiel für Arbeiten im FLOW ist die Meditationsmalerei, die ich Dir in einem späteren Beitrag vorstellen möchte. Das Ziel dieser Methode ist es, Dich in Deinen Flow zu bringen. Die daraus gewonnene Entspannung ist ein Grundbaustein zur Entdeckung Deiner Ressourcen und damit Deiner Selbstwirksamkeit.

 

FLOW ist ein Zustand, in dem Du Dich ganz auf Dich selbst verlassen kannst; Dein Ego fällt ab. Du kannst ihn nicht künstlich hervorbringen, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine gute Zutat das „am Ball bleiben“ ist. Dadurch schaffst Du es, in eine Aktivität geradezu einzutauchen, das wiederum führt zu FLOW. Sich einlassen, loslassen und einfach mal machen. Diese Zeit muss man sich nehmen. So schließt sich der Kreis an dieser Stelle mit dem Picasso Zitat

Die Inspiration existiert, aber sie muss dich bei der Arbeit finden.

Zusammengefasst ist es so: es gibt diesen magischen Umstand, in dem Du spielend aus den tiefen Deiner Kreativität schöpfen und Neues in Dir hervorrufen kannst. Die Bereitschaft anzufangen und Dir die Zeit zu nehmen sind die einzigen Voraussetzungen dafür.

Wenn Du mehr über dieses Thema erfahren möchtest, empfehle ich Dir DIESES Buch von Mihály Csíkszentmihályi.

Liebe Grüße aus dem Atelier,

 

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