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Tutorial: In 4 Schritten zu Deinem ersten Monoprint!

In diesem Tutorial zeige ich Euch die Kunst des Monoprinting mit getupften Linien, die Andy Warhol in den 1950er Jahren häufig für seine Werke verwendete.

Was ist ein Monoprint? Wie der Name (mono) schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Form der Druckgrafik, bei der das Bild nur einmal erstellt werden kann. Mit der Tusche-Tupf (englisch: „blotted line“) Methode, um die es in diesem Tutorial geht, werden die Elemente Zeichnen und Drucken miteinander kombiniert. Sie ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Künstler geeignet.

 

Das Tolle daran ist, dass Monoprinting mit Tusche hervorragend für Menschen, die glauben, nicht zeichnen zu können geeignet ist. Mit ihr kann jeder eine schöne Tuschezeichnung hinbekommen. Fortgeschrittenere Künstler können diese Praktik wunderbar in ihre Mixed Media Projekte integrieren.

Obwohl beim Monoprint zunächst ein Quellbild nachgezeichnet wird, ist das fertige Bild aufgrund der individuellen Art und Weise wie die Vorlage kopiert wird, einzigartig.

In diesem Tutorial lernst Du alles, was Du für die erfolgreiche Erstellung Deines ersten Monoprints benötigst, welche Werkzeuge und Materialien Du brauchst, wie Du ein geeignetes Bild auswählst, Deine Druckstation einrichtest und am Ende Dein Monoprint ausmalst. Ich habe mich bemüht die Methode so zu vereinfachen, dass sie für alle umsetzbar ist. Ich zeige Dir wie Du sowohl mit einem Tuschkasten, als auch mit Aquarellstiften arbeiten kannst.

Was Du für Deinen Monoprint benötigst:

 

Materialien für den Monoprint

Vorlagen als Inspiration findest Du auf meinem Pinterest Board:

https://www.pinterest.de/WesnaWilson/8-craft-freebies-printables/

Schritt 1: Dein Quellbild aussuchen

Suche Dir eine Vorlage aus, die gut sichtbare Konturen hat, am besten eignet sich natürlich ein schwarz-weiß Bild aus einem Zeichenheft oder einer Zeitschrift. Ich habe für dieses Tutorial eine Vorlage aus einem Ausmalbuch genommen. Du kannst auch jedes beliebige Photo ausdrucken. Schau mal in meinen Pinterest Ordner ( siehe oben) .

Andy Warhol hat immer sehr einfache Motive für diese Technik ausgewählt. Hier zum Beispiel der ➳ Blue Shoe (1955) der heute zur Sammlung der Tate in London gehört.

Schritt 2: Deine Druckstation einrichten

Mache Dir Platz auf Deinem Tisch. Klebe mit dem Kreppband Deine Folie (oder Transferpapier) mit 0,5 cm Abstand auf die Vorlage wie auf dem Bild (links), so dass beide Blätter verbunden sind und nichts verrutschen kann und beides zusammen an den Tisch.

Das Aquarellpapier liegt daneben. Du wirst auf der Folie/ Transparentpapier zeichnen und diese immer wieder umlegen, um das gezeichnete auf dem Aquarellpapier aufzudrucken.

Vorlage und Transferpapier (links) fixieren.

Klebe jetzt das Aquarellpapier auf den Tisch, damit dieses auch während der Arbeit nicht verrutscht. Klebe es so nah wie möglich an die Vorlage mit dem Transferpapier.

Probiere aus, wie gut Du das Transferpapier umklappen kannst. Wenn nötig, justiere nach.

Es sollte recht leicht gehen, denn Du musst schnell umblättern können.

Aquarellpapier (rechts) fixieren.

Schritt 3: Mit Tinte die Vorlage auf Dein Transferpapier pausen

Jetzt beginnt der Spaß!

Beginne das Durchpausen indem Du kleine Ausschnitte, immer nur ein paar Linien, mit Tinte nachzeichnest. Beginne mit wenigen Strichen.

Wenn Du viel auf einmal abzeichnest trocknet die Tinte schnell aus und zeichnet sich nicht mehr auf dem Aquarellpapier ab.

Lege das Tranferpapier um auf das Aquarellpapier und drücke sanft, damit die Tinte auf dem Aquarellpapier haftet.

Du solltest mit dem Finger sanft über das Gezeichnete streichen, damit die Tinte gleichmäßig übertragen wird.

Lege nun das Transferpapier zurück auf die Vorlage und zeichne weiter ab. Dabei ist es natürlich Dir überlassen Elemente auch wegzulassen oder auch zu verfremden.

Lasse Deiner Kreativität freien Lauf!

Diesen Prozess  wiederholst Du nun so oft, in kleinen Schritten, bis Deine Vorlage durchgepaust ist.

Falls manche Stellen nicht sichtbar sind, kannst Du sie entweder auf dem Aquarellpapier einfach direkt nachzeichnen oder Du zeichnest nochmal diese Stelle auf das Transferpapier und druckst sie nochmal.

Der fast fertige Print

Schritt 4: Ausmalen!

Fürs Ausmalen kannst Du entweder Aquarellfarbe (Tuschkasten) oder Aquarellstifte verwenden. Ich kombiniere gerne beides. Male alle Flächen einer Farbe zuerst mit wenig Farbe aus und dann die nächste usw. Danach kannst Du Akzente setzen, indem Du die Farbe verdichtest, sie kräftiger aufträgst ( siehe Foto unten rechts). Damit kannst Du Schatten und Vertiefungen darstellen. Hier benutze ich gerne die Stifte für Linien und Umrisse, die ich dann mit Wasser verwische.

Zum Schluss male den Hintergrund in einer Komplementärfarbe aus dem Farbkreis aus, also einer Farbe, die im Farbkreis der vorher fürs Motiv gewählten Farbe gegenüber steht. Das ergibt einen besonderen Kontrasteffekt. Ich habe viele Gelb- und Orangetöne für die Blüten gewählt und habe mich daher für einen blauen Hintergrund entschieden.

Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, probiere einfach aus, was Dir gefällt. Es macht süchtig diese Monoprints zu zeichnen!

Schritt 5: Sich freuen!

Ich hoffe, dieses Tutorial hat Dir gefallen!

Liebe Grüße aus dem Atelier,

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