Orizomegami
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Tutorial: Lerne Orizomegami und gestalte Deine eigenen Muster auf Papier

Bunt- und Bastelpapier gibt es in zahllosen Varianten und Mustern fertig zu kaufen. Das Selbermachen solcher Papiere ist allerdings ein tolles Kreativprojekt für Zwischendurch, macht Spaß uns spart Geld. Eine besondere Art wirklich einzigartiges Papier zu gestalten, ist die japanischen Technik des ORIZOMEGAMI, die ich Dir heute vorstellen möchte. Du kannst das getrocknete Papier später für viele tolle Projekte verwenden:

Deine Verwendungsmöglichkeiten

Mit meinen Tipps in diesem Tutorial kannst Du es Zuhause einfach ausprobieren.


WAS IST ORIZOMEGAMI?

Orizomegami ist die japanische Kunst, Papiere zu falten und zu färben. Dieses Papierhandwerk kombiniert das Papierfalten, wie bei Origami und eine einfache Tauchfärbung, ähnlich der Shiboritechnik mit Stoffen. Im Gegensatz zur Shiboritechnik, bei der hauptsächlich blaue ( Indigo) Farbe verwendet wird, entstehen bei Orizomegami durch strategische Falttechniken wunderbare und farbenfrohe Muster in mehreren Farben. Der Vorteil der Verwendung mehrerer Farben wird deutlich in der Vielfalt der Muster, die sich gleich einem Kaleidoskop entfalten.

In meinem Orizomegami-Tutorial kreieren wir heute zusammen eigene wunderschöne Muster unter anderem aus einfachen Haushaltsmaterialien. Traditionell wird diese Technik auf feinem japanischem Papier wie Mulberry durchgeführt, die Techniken können jedoch auch einfach mit weißen Papierhandtüchern oder Papierservietten geübt werden, falls Du kein anderes Papier zur Hand hast


DAS MATERIAL

In der heutigen virtuellen Werkstatt verwende ich eine Mischpalette mit Mulden für verschiedenen Farben zum Eintauchen. Dies ermöglicht mehr Kontrolle beim Arbeiten mit kleinen, gefalteten Papieren. Es können auch Pappbecher oder kleine Teller verwendet werden.

Anstelle von teuren oder speziellen Farbstoffen kannst Du Lebensmittelfarben und Tusche oder als Alternative Aquarellfarben nehmen. Ich verwende hierfür gerne meine Reste von Seidenmalfarbe und für mein heutiges Tutorial verwende ich ausserdem Rote Beete Saft.

Zur Papierwahl: Papiere von sehr feiner Qualität ( hauchdünnes Papier) weisen tendenziell den besten Kontrast auf, Servietten oder Papiertücher ( z.B. Zewa) ermöglichen eine leichtere Absorption und mehr Abdeckung und Ausblutung der Farben. Ich habe noch Reis- und Japanpapier. Das gibt es in jedem Bastelgeschäft und ist sehr günstig.

Du brauchst noch Wasser mit der die Farbe verdünnt wird, eventuell ein paar Pipetten, eine saugfähige Unterlage, damit der Tisch sauber bleibt, Wäscheklammern, eine Schere und los geht`s!

AUF EINEN BLICK:

  • Lebensmittelfarbe
  • Alcohol inks ( Tusche)
  • Rote Beete Saft
  • Seidenmalereifarbe
  • Mischpalette
  • Pinsel/ Pipetten
  • Schere
  • Papier
  • Unterlage, saugfähig, Lappen oder Handtuch, das schmutzig werden darf
  • eventuell Schürze zum Schutz Deiner Kleidung
  • Wäscheklammern

VORBEREITUNG

Ganz wichtig ist eine saugfähige Unterlage! Ich habe hierfür ein altes Küchentuch und oben drauf noch ein saugfähiges Geschirrspültuch. Ich musste schon das ein oder andere Mal den Tisch neu streichen, nachdem ich nur eine alte Zeitung als Unterlage verwendet hatte bei meinen Projekten.

Beginne mit dem Ausschneiden der Papierstreifen (Servietten und Zewa können in der vorgegebenen Größe bleiben) in der Länge und Breite nach Deinem Geschmack. Weiter geht es mit dem Falten der Papiere. Wenn Du ein paar Fertig gefaltet hast, fülle Deine Farben in die Gefäße. Lege alles im Halbkreis um Deine Unterlage, so kommst Du gut an alles ran und es kleckert weniger.


FARBEN MISCHEN

Ich verwende zum Mischen die Primärfarben, um Lila zu bekommen, mische ich rot und blau, um orange zu bekommen gelb und rot usw. Du musst demnach nicht alle Farben haben: ROT, GELB und BLAU reichen. Die Alkohol inks haben eine sehr starke Pigmentierung und leuchten regelrecht, da kaufe ich schonmal eine Sonderfarbe, wie neonpink. Komplementärfarben sehen sehr schön nebeneinander aus, da der Farbkontrast höher ist. Am Ende gilt es jedoch zu spielen und zu experimentieren, wie Dir beliebt. Wenn Du eine weniger starke Leuchtkraft erreichen willst, verdünne Deine Farben entsprechend mit Wasser. Naturfarben, wie rote Beete oder schwarzer Tee sind immer heller und zarter.

TIPP: Wenn Du sicher gehen willst und vorher schonmal Deine Farben ausprobieren magst, schneide Dir aus Deinem Papier Teststreifen und tunke sie in die Farben, die Du verwenden möchtest und lasse sie dann trocknen (Foto oben).


VERSCHIEDENE FALTUNGEN

Es gibt 2 Basisfaltungen, die supereinfach gehen: Quadrat und Dreieck

Falte das Quadrat als Akkordeon bis Du einen kleinen Würfel in der Hand hast. Alle vier Ecken werden in Farbe getaucht.

Das Dreieck wird ebenso als Akkordeon gefaltet mit drei Seiten, später werden die drei Ecken in Farbe getaucht.


DAS FÄRBEN

Wenn Du das Papier in die Farbe eintauchst, lass es sich vollsaugen. Zur besseren Handhabung kannst Du das gefaltete Teil mit eine Wäscheklammer festhalten und so besser drehen. Sollte sich die Farbe nur wenig verteilen, verdünne sie noch einmal mit Wasser und versuche es ein zweites mal. Bei Japan- und Reispapier kannst Du das gefaltete Stück vorher komplett in Wasser tauchen und dann erst in die Farbe. Bei Servietten und Zewa geht das nicht, das Material ist zu zart und reißt beim auseinander falten. Experimentiere und habe Spaß beim Ausprobieren der Farbkombinationen. Du kannst auch mit der Größe Deines Akkordeons spielen, mit der Menge der Farben, die Du verwendest und Du kannst mit der Pipette einzelne Punkte an den Rändern mit Farbe markieren.

Beim Auseinanderfalten musst Du sehr vorsichtig vorgehen, nasses Papier ist empfindlich. Nimm Dir Zeit und mach es in Ruhe. Hänge Deine Werke vorsichtig mit Wäscheklammern auf oder lege sie auf Schreibpapier zum trocknen. Danach kannst Du es für weitere Projekte verstauen.

Extratipp:

Bügeln

Das auseinander gefaltete Papier weist typischerweise Falten auf, wer es nicht „knitterig“ mag, kann bei geringer Temperatur das getrocknete Papier auch bügeln. Die Fältchen lassen sich durchaus etwas glätten. Ich mag die durch falten entstandenen Linien und belasse es dabei. Das selbstgemachte ungebügelte Papier siehst Du hier als Geschenkverpackung.

Orizomigami Geschenkpapier

Ich hoffe, dieses Tutorial hat Dich animiert, es mal auszuprobieren. Das wichtigste ist wie immer, Lebensfreude durch Kreativität. Spaß zu haben und Raum für Kreativität im Alltag zu schaffen. Orizomegami ist auch eine wunderbare Beschäftigung für Eltern mit ihren Kindern.

Teile diesen Beitrag gerne mit Deinen Freunden und auf Deinen Social Media Kanälen, damit auch andere ihn kennenlernen.

Bücher verpacken macht mit Orizomegami- Papier noch mehr Spaß 🙂

Liebe Grüße aus dem Atelier,

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